Allgemeine Informationen zur Mikrowellenbehandlung
Die häufigsten Behandlungen einer Prostatavergrößerung bzw. benignen Prostatahyperplasie (BPH) sind die
medikamentöse Behandlung, ein chirurgischer Eingriff (TURP/Laser) und die Mikrowellen-Thermotherapie
(CoreTherm®/PLFT®).
Diese Behandlungsmethoden sind in die Leitlinien der Urologie (DGU) und des Berufsverbandes der Deutschen
Urologen (BDU) aufgenommen worden. Jeder Arzt ist verpflichtet, den Patienten über die Vor- und Nachteile der
einzelnen Behandlungs- bzw. Operationsmethoden aufzuklären, um eine gemeinsame Entscheidung über die individuell
beste Methode herbeizuführen. Wenn sich trotz medikamentöser Therapie die Symptome verstärken, bleibt nur die
Möglichkeit eines operativen Eingriffs zur Verkleinerung der Prostata. Der endoskopische Eingriff mit einem
erfahrenen Operateur ist dabei die effektivste Methode, die Mikrowellentherapie (CoreTherm®-Behandlung) mit Abstand
die schonendste Methode, das wuchernde Prostatagewebe zu entfernen. In der aufgeführten Studie mit einer
Beobachtungszeit von fünf Jahren wird diese Einschätzung bestätigt.
Schon an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass infolge einer BPH-Behandlung der Samenerguss (Ejakulation)
ausbleiben kann. Das Gefühlsleben (Erektion) bleibt davon unbeeinflusst.
Mikrowellen-Thermotherapie (CoreTherm®/PLFT®)
Die Anteile der Prostata, die durch ihre Vergrößerung den natürlichen Harnabfluss behindern, werden mit Mikrowellen,
die über einen in die Harnröhre eingeführten Behandlungskatheter abgegeben werden, auf 55°C erhitzt. Die Mikrowellen
zerstören das wuchernde Drüsengewebe und ermöglichen so wieder einen normalen Harnfluss. ProstaLund® hat dieses
Verfahren mit der Entwicklung spezieller Temperatursicherheitssensoren verbessert. Sie kontrollieren während der
CoreTherm®-Behandlung die zugeführte Energie, sodass die richtige Temperatur und somit die gewünschten Wirkungen
erzielt werden. Die Behandlung dauert etwa 10 bis 30 Minuten und kann in einem Krankenhaus oder in einer Arztpraxis
ambulant ohne Narkose durchgeführt werden. Der Patient kann noch am gleichen Tag nach Hause gehen. Die Erfolgsquote
von CoreTherm® liegt bei 80%. Das Risiko von Komplikationen durch diese minimalinvasive Methode ist sehr gering. Die
meisten Patienten können innerhalb von drei Monaten wieder natürlich Wasser lassen.
Eventuelle Schwierigkeiten aufgrund der Behandlung:
- Harnwegsinfektionen
- Blockade beim Harnlassen (Harnabflussstörung)
- retrograde Ejakulation
- verstärkter Harndrang
Chirurgischer Eingriff – Operation über die Harnröhre (transurethrale Resektion der Prostata/TURP)
Die Operation erfolgt unter Einsatz eines Endoskops, das in die Harnröhre eingeführt wird. Der Operateur bedient sich
einer mit Hochfrequenzstrom geladenen Resektionsschlinge, um unter Sicht den vergrößerten Teil der Prostata
herauszuschneiden. Die Operation, die grundsätzlich unter Narkose stattfindet, dauert 15 bis 70 Minuten und erfordert
immer einen Krankenhausaufenthalt. Wie im Falle der CoreTherm®-Behandlung kann es bis zu drei Monate dauern, bis der
Patient den Behandlungserfolg spürt.
Ist die Prostata beachtlich vergrößert, reicht eine TURP nicht aus. Der Arzt empfiehlt dann normalerweise eine
invasive Operation, die einen größeren Eingriff darstellt. Durch einen Bauchschnitt wird die Harnblase geöffnet und
das prostatische Drüsengewebe entfernt. Die Prostatakapsel bleibt bestehen. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert
zwischen acht und zehn Tagen. Wegen der Nachblutungsgefahr erhält der Patient nach der Operation für mehrere Tage
einen Drei-Wege-Spülkatheter. Infolge der umfangreichen Operation dauert der Heilungsprozess bei diesem Verfahren für
den Patienten am längsten.
Eventuelle Schwierigkeiten aufgrund der Behandlungen:
- verringerte Erektionsfähigkeit
- Harnwegsinfektionen
- Harnröhrenverengung
- Blutverlust, der eine Bluttransfusion erforderlich macht
- Risiken im Zusammenhang mit der Narkose
- Harninkontinenz
- retrograde Ejakulation (in die Blase)
Medikamentöse Behandlung
Es gibt Medikamente, die die Vergrößerung der Prostata schrittweise verringern und die damit einhergehenden Probleme
bzw. Symptome lindern. Eine Verbesserung tritt aber oft nur vorübergehend ein.
Eventuelle Schwierigkeiten aufgrund der Behandlung:
- Kopfschmerzen und Benommenheit
- Müdigkeit
- Übelkeit
- Impotenz
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